Samstag, August 12, 2006

12. Aug: Boston Harbor Islands

Da ja nichts war mit Hiking in den "White Mountains", ich aber meine niegelnagelneuen Wanderschuhe bereits eingelaufen habe, musste heute eine Alternative her. Der Lonely Planet empfahl für einen solchen Fall einen Besuch der "Boston Harbor Islands" (siehe Karte rechts). Zuvor stand aber die viel schwierigere Frage, ob ich ausschlafe, oder mich früh aufmache, wie ich es auch für den White Mountain Ausflug gemacht hätte (es sollte um 7:30 los gehen). Als dann der Wecker morgens klingelte war die Entscheidung schnell getroffen; ich bin noch 10 Minuten liegen geblieben...
Dennoch: Um 10 war ich aus dem Haus! Die Fahrt zum Hafen (mitten in der Stadt) hat dann ungefähr eine Stunde gedauert (ich wohne doch weiter außerhalb, als ich manchmal war haben möchte), so dass ich um 11:00 auf der Fähre nach "Georges Island" saß. Diese Insel ist der zentrale Anlaufpunkt für fast alle anderen. Man bezahlt für diese Fähre 12$ und kann dann die kleineren Fähren zwischen den Inseln frei benutzen. Und bereits auf der Fähre hatte ich reichlich Motive für meine Kamera, unter anderem wieder einmal die tolle Skyline von Boston.
Schon vor der Abfahrt hatte ich mich bei einem Parkranger (die Inseln sind Nationalpark) erkundigt, welche Insel denn für Hiking am besten wäre. Mir wurde Peddocks Island und Spectacle Island empfohlen. Da die Fähre auf ihrem Weg zuerst auf Spectacle Island Halt machte, konnte ich mich also quasi auf dem Weg entscheiden. Da Spectacle Island aber eher unspektakulär aussah - nämlich so, als ob hier nur Gras und Büsche wachsen - dachte ich mir, dass ich doch lieber weiterfahre. Auf Georges Island angekommen musste ich dann feststellen, dass die Weiterfahrt nach Peddocks Island erst um Viertel nach eins erfolgt und dann auch noch über eine Stunde dauert, da das "Inseltaxi" im Kreis fährt und Peddocks Island nun mal die letzte Insel ist. Ich hatte also genug Zeit mir Georges Island anzusehen. Da dort heute "Patriots and Prisoners Day" war, gab es Führungen durch Fort Warren, inkl. kostümierter Kulisse aus Bürgerkriegszeiten. Wieder einmal wäre Daniel davon bestimmt sehr angetan gewesen.
Aber da die Insel ausschließlich aus dem Fort besteht, dass nun auch nicht wieder so abwechslungsreich ist, habe ich dann doch die Fähre nach Peddocks Island genommen um wenigstens noch zwei Stunden wandern zu können (länger ging nicht, da dann auch schon wieder die letzte Fähre die Insel verließ).
Also: Los ging es. Doch Inseln haben die Eigenschaft, dass ihre Fläche begrenzt ist, und diese Insel - obwohl mit die größte der Harbor Islands - hatte ich nach etwas weniger als einer Stunde vom einem zum anderen Ende erlaufen. Fehlte also nur noch der Weg zurück. Die Tour war zwar schön, aber irgendwie muss ich doch an den Amis zweifeln: Die Landschaft und die Natur, um das mal so pauschal zu sagen, waren nicht das, was ich mir von einem Nationalpark erwartet hätte. In Deutschland würde man das bestimmt nicht als Naturschutzgebiet ausweisen... Aber Amerika ist Amerika und hier ist eh alles anders.
Was auf Peddocks Island außerdem noch hinzukommt ist, dass einige hier ihr Ferien"haus" (eher Bruchbude) stehen haben und an schönen Wochenenden mit dem Boot rüber kommen. So war denn dann auch die Bucht mit massenweise geankerten Booten bevölkert. Es steht auf jeden Fall fest, dass es in Boston sehr viele wohlhabende Leute gibt!
Aber auf jeden wohlhabend genug, um sich die Boote etc. zu erlauben.

Vor meiner Abfahr von der Insel habe ich mir dann noch ein Picknick erlaubt. Und dann ging es auch schon wieder zurück nach Georgs Island und weiter zum Festland. In Boston bin ich dann noch ein wenig umher gelaufen, aber ich war dann doch müder als ich dachte, so dass ich schon recht früh für einen Samstag abend wieder daheim war. Aber dafür gab's dann noch was leckeres zu essen und ein kleines Bierchen dazu...
Übrigens: Heute ist der erste Abend, an dem es so kühl ist, dass ich mir einen Pullover übergezogen habe. Während als bei Heike in Australien die Tage langsam wärmer zu werden scheinen, kann ich mich hier schon langsam auf das Gegenteil vorbereiten. Aber ich bin vorbereitet...