Montag, September 11, 2006

11. Sept: Fünf Jahre danach

Heute ist der fünfte Jahrestag der Anschläge auf das World Trade Center und das Pentagon. Gestern abend gab es deswegen einen extra langen Film im Fernsehen genannt "The Path to 9/11". Der Film ist bereits im Vornherein in den Zeitungen diskutiert worden, da er in der ursprünlichen Version wohl die damalige Clinton-Regierung so darstellt, als ob sie fast bewußt Hinweise ignoriert hätten und auch im Allgemeinen nichts gegen den internationalen Terrorismus unternommen hätten. Auf massiven Druck hin ist der Film dann neu geschnitten worden. Übrig geblieben ist ein platter, übertrieben dargestellter Streifen über den Werdegang einiger Terroristen.
Na ja. Für heute hatte ich dann eigentlich erwartet, dass es so etwas wie Fahnen auf Halbmast oder irgendwelche andere Anzeichen gäbe. Aber hier in Boston bzw. an der Medical School ist mir nichts aufgefallen. Im Grunde war es ein ganz normaler Tag. Es gab nur - wie ihr sicherlich auch in den Nachrichten gesehen habe - die Gedenkfeiern in New York und an den anderen Absturzstellen.
Wenn ich nicht in die Zeitung geschaut hätte, hätte dieser Tag also völlig an mir vorbei gehen können. Irgendwie hatte ich da was anderes erwartet. Aber Mike meinte, dass bei vielen Amerikanern die Wunden für was anderes als das, was halt in NY war noch zu frisch sind.

Und so war das dann auch ein ganz normaler Tag für mich: Lange im Labor, keine brauchbaren Ergebnisse, zwischendurch zu einem Vortrag, spät nach Hause, Abendessen und ab ins Internet und dann später ins Bett. Muss ja schließlich morgen wieder früh raus!
Gute Nacht...