16. Sept: Deutsche unterwegs
Nachdem gestern ein ganz normaler Labortag ohne irgendwelche Besonderheiten war, steht heute wieder ein Ausflug auf dem Programm. Die Besonderheit: Ich ziehe nicht wie sonst meist alleine los, sondern mit ein paar anderen Deutschen: zum einen ist da Susanne, die Julia aus ihrem Labor mitbringt. Die wiederum bringt ihre beiden Mitbewohnerinen Steffi und Melanie - famulierende Mediziner aus Tübingen - mit.Am Bahnhof werden wir dann von einem weiteren Deutschen (einem Priester) angesprochen, der einfach nur gehört hatte, dass wir uns halt in Deutsch unterhalten. Und er lädt uns dann direkt für nächsten Sonntag zur Messe ins Priesterseminar ein. Wie ich schon vorher mal erwähnt hatte: Die Deutschen sind in Boston anscheinend ganz gut vertreten.

Unser Ausflug heute geht übrigens nach Rockport, auf Cape Ann. Cape Ann ist laut Reiseführer
die kleine Schwester von Cape Code, wo ich ja immer noch nicht war... Das Dorf selber ist früher ein Hafen zum Verladen von Steinen (ROCKport) gewesen, wobei nach und nach immer mehr Maler dort hin zogen. Und die ihrerseits zogen dann die Touristen an...Dort angekommen gehen wir erst einmal zum Hafen. Wirkt teilweise etwas verschlafen, auch wenn die Boote zum Teil auch neuer und durchaus modern sind.
Die Straße die am Wasser vorbei führt ist dann allerdings ganz auf Touristen ausgelegt. Hier reiht sich ein Laden an den nächsten. Boutiquen, Restaurants, Krims-Krams-Läden und natürlich jede Menge Gallerien.
Und die Gallerien haben auch wirklich was zu zeigen. Ich habe z.B. zwei sehr gute Ausstellungen von Landschaftsphotographien gesehen. OK, bei der Landschaft hier braucht man auch nicht lange nach einem Motiv zu suchen...
Ich habe selber heute bestimmt an die 200 Fotos gemacht. Gut, dass man die einfach löschen kann, wenn sie nichts geworden sind. (Die schönsten findet ihr weiter unten, wenn ich mit quasseln aufhöre...)
Der Hunger treibt uns dann dazu uns was zum Essen zu suchen. Während ich eine klassische Pizza bevorzuge, wollen Julia und Susanne unbedingt "Lobster" also Hummer probieren (Wird hier gefangen und verarbeitet). Ist dann eine schöne Pullerei, aber es scheint zu schmecken. Aber da die beiden sich hinterher auch noch für eine Pizza entscheiden, kann es ja nicht so sättigend gewesen sein...Aber so bleibt uns auch mehr Zeit die Aussicht auf das Meer und die benachbarte Küste zu genießen und einfach ein wenig in der Sonne zu sitzen! Schön!
Anschließend verlassen wir den touristischen Bereich etwas und spazieren die Küste entlang. Hier sind wirklich einige sehr schöne Häuser mit hervorragender Aussicht. So zu wohnen hat was. Und weil so schönes Wetter ist, gehen die Mädels auch noch schwimmen. Hätte ich doch mal Badesachen mitgenommen... Ich mache halt noch ein paar schöne Aufnahmen in der Zeit.So langsam wird es spät. Wir essen noch ein Eis zum Anschluß, wobei mal wieder klar wird, dass die Amerikaner kein Verhältnis zu Mengen haben: Die "kleine" Portion, die wir jeder bestellen, ist etwa so viel, als wenn man bei uns vier bis sechs Kugel Eis bestellt. Aber es schmeckt.
Tja, und danach geht' s dann wieder zurück nach Boston.
Susanne und ich beschließen den Tag noch beim Abendessen ausklingen zu lassen. Die anderen sind noch auf Parties eingeladen, wobei sie eher danach aussehen, als ob sie ins Bett möchten ;-)
So fahren wir also zu zweit noch Richtung Fenway - was ja eh auf dem Weg nach Hause liegt. Dort finden wir dann auch noch eine "Rock'n Roll Piano sing-along Bar". Wir gehen zwar nicht rein, aber da man von der Straße aus reinsehen/hören kann, bekommen wir mit, dass die Stimmung und die Musik drinnen spitzenklasse sind. Es steht damit fest: Das ist das Ziel für's nächste Wochenende!






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