Samstag, September 23, 2006

23. Sept: Besuch & Partytime

Samstag. Und dennoch zeitig aufstehen. Denn heute bekomme ich Besuch von Maria, die gerade in New Haven (Yale University) ein Praktikum macht. Auf dem Programm steht also heute nicht weniger als "Boston an einem Tag". Also raus aus den Federn. Doch was muss ich sehen: Es regnet in Strömen. Und dabei hatten wir doch gestern noch strahlenden Sonnenschein. Genau das richtige Wetter für den Schnupfen, der sich seit gestern bei mir eingenistet hat. Und zu allem Überfluss hat mein Fahrrad nach wie vor einen platten Reifen. Also muss ich heute im Regen auf der Felge zur T-Line fahren, da ich andernfalls nicht rechtzeitig am Bahnhof wäre um Maria zu begrüßen. Zum Glück hört es irgendwann auch auf zu regnen.
Maria und ich gehen zuerst etwas durch BackBay und besichtigen dann das "Maparium", einen riesigen, begehbaren Globus aus Glas.
Bild gefunden unter: http://www.marybakereddylibrary.org/exhibits/mapparium.jhtml
(Fotographieren war verboten)
Der Globus ist wirklich beeindruckend, lediglich die Show dazu ist typisch amerikanisch: Voller pathetischer Worte über Freiheit und Innovationen, aber ohne wirkliche Aussage. Und die restliche Ausstellung ist auch nicht unbedingt ein "Muss".
Nach einem Mittagessen beim Chinesen (das war so fettig, dass man die Jahresproduktion einer Papierfabrik damit durchsichtig machen könnte...) bummeln wir die Newburry Street entlang - laut Lonely Planet die Fifth Avenue Bostons - Richtung Public Garden und Boston Common und gönnen uns hier einen Kaffee.
Aber allzu lange ruhen wir nicht aus, denn wir wollen weiter in Richtung Boston Downtown (Qunicy Market) und zur Waterfront. Man mag es nicht glauben, aber trotz des lausigen Wetters und der Tatsache, dass das hier Hafengebiet ist, schwimmt hier jemand...
Von dort aus weiter geht's wieder in Richtung Stadt. Wir durchstreifen Beacon Hill - eine wirklich wunderschöne Wohngegend, direkt im Zentrum und trotzdem sehr ruhig und idyllisch - und kommen an der Hatch Memorial Shell aus, wo heute das Bostoner Blues Festival stattfindet. Also lauschen wir dem Blues und lassen die Seele baumeln...
Und natürlich gehe ich mit Maria noch zur Longfellow Bridge von der aus man so eine wunderschöne Aussicht auf Boston hat.
Und da der Abend noch nicht allzu weit fortgeschritten ist, fahren wir auch noch zum Harvard Campus (geht ja nicht ohne...) um anschließend in Cambridge Abend zu essen. Das haben wir in einem typisch amerikanischen Burger-Restaurant: Es ist brechend voll, wahnsinnig laut, einer der Köche schreit die ganze Zeit die fertigen Bestellungen durch den Raum und die Bedienung stellt uns die Rechnung schon während des Essens auf den Tisch. Die Deko dort allerdings ist wirklich gut: Eine bunte Mischung aus Alt und Neu; Plakate, auf denen noch für Elvis-Konzerte geworben wird (mit einem Kartenpreis von 2,50$) hängen neben Karrikaturen von Clinton und Cartoons zur aktuellen politischen Lage. Dennoch: als wir mit dem Essen fertig sind, sind froh dort wieder raus zu sein.
Wir fahren zurück zur Longfellow Bridge, um auch noch einen Blick auf das nächtliche Boston zu haben.
Nach einem weiteren Spaziergang durch Beacon Hill bringe ich Maria gegen halb zehn zum Bahnhof.
Doch für mich ist der Tag damit noch nicht vorbei. Denn Marielle hatte mir eine Einladung zu Kris' "Houseworming-Party" geschickt. Und da das wahrscheinlich die letzte Gelegenheit sein wird, mache ich mich auch noch nach diesem bereits langen Tag auf. Zuerst hole ich allerdings noch Susanne ab.
Die Party ist dann auch wirklich recht lustig. Die meiste Zeit spielen wir Karten, mit so netten Zusatzregeln wie: Bei einer 7 muss man Kris ein Küsschen geben...
Kurz nach Mitternacht ist die Party dann aber vorbei (man möchte die neuen Nachbarn ja nicht sofort verprellen). Während die meisten Gäste irgendwo in der Stadt weiterfeiern, fahre ich nach Hause, bzw. ich versuche es. Doch an der T-Line Haltestelle muss ich leider feststellen, dass ich den letzten Zug verpasst habe. Na toll. Also gibt es an dem Abend noch das Vergnügen einer Taxifahrt zu meinem platten Fahrrad, das ja noch an der Haltestelle steht, an der ich am Morgen gestartet bin. Kostet auch "nur" 11$.
Und gegen halb zwei falle ich dann erleichtert in mein Bett!

meine Mädels des Abends: Marielle (links) und Kris

1 Comments:

At Sonntag, 03 Dezember, 2006, Anonymous Anonym said...

wer ist Kris? Und musstest Du ihn auch küssen ;))

 

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