Dienstag, Oktober 03, 2006

03. Okt: Bye, bye Boston

Mein letzter Tag in Boston. Wow, das ging wirklich schnell...

Aber auch wenn das mein letzter Tag ist, heißt das nicht, dass ich nichts machen werde. Heute vormit mache ich einen Besuch in die Vergangenheit, genauer ins JFK-Museum (OK, das ist noch nicht sooo weit in der Vergangenheit.) Das Museum ist ein Stück außerhalb, an der University of Massachuset angesiedelt. Eine gute Gelegenheit auch mal einen Blick auf diese zu werfen, denn immerhin lehrt Craig Mello hier, der ja bekanntermaßen seit gestern als Gewinner des Nobelpreises für Medizin 2006 für die Entdeckung des RNAi-Mechanismus feststeht. Aber dennoch, an die Uni will ich nicht: Riesige, fensterlose Gebäude, die wie gesagt etwas außerhalb der Stadt stehen...

Wende ich mich also wieder dem ursprünglichen Ziel zu, dem JFK-Museum. Das Museum ist zusammen mit der JFK-Library in einem Gebäude des Star-Architekten I.M. Pei untergebracht.

Einige hatten mir von diesem Gebäude schon erzählt, aber so toll finde ich das nun nicht. Allerdings muss ich im Museeum dann erkennen, dass das Gebäude speziell auf die Ausstellung zugeschnitten ist. Und das ist schon ganz nett.
Die Ausstellung selbst ist eine Hommage an JFK (gut, schließlich ist das "sein" Museum), also nirgends irgendetwas was auch nur im entferntesten wie Kritik aussehen könnte (aber vielleicht hat er einfach ja auch immer alles richtig gemacht...). Ansonsten wird sehr ausführlich auf den Menschen JFK eingegangen, vor allem sein Werdegang bevor er Präsident wurde. Gut dabei ist, dass sehr viel Originalaufnahmen gezeigt werden. So kann man sich zum Beispiel einen Teil des Fernsehduells zwischen JFK und Nixon ansehen, dass damals angeblich die Wahl entscheidend beeinflusst hat. Was leider nicht zu hören oder zu sehen ist, ist die berühmte Berlin-Rede (ich ess 'nen Berliner - oder so ähnlich).

Allerdings konnte ich mir für die Ausstellung nicht zu viel Zeit lassen, da Marielle ein "Farewell"-Lunch-Treffen eingerichtet hatte. Und so habe ich mich dann beim Mittagessen von Marielle, Adam und Sonja verabschiedet. Tja, die Zeit ging hier eben sehr schnell vorbei.

Da es erst früher Nachmittag ist und meine einzige Aufgabe für den Tag nur noch daraus besteht, dass ich Koffer packe, beschließe ich noch etwas spazieren zu gehen. Denn auch wenn ich nun schon zwei hier war, so habe ich immer noch nicht den grünen Gürtel Bostons – the Emerald Necklace Greenway – gesehen. Das sind Parkanlagen, die sich durch ganz Boston ziehen. Entworfen wurden sie von dem selben Landschaftsarchitekten, der auch in New York den Central Park schuf. Nur dass man sagt, dass Boston sein Meisterwerk war. Nebenbei war es auch sein letztes Werk.

Beim Spazieren durch diese Grünanlage, die sich fast direkt hinter dem Campus erstreckt, stoße ich dann auf einen kleinen Rosengarten. Und als ich den betrete umströmt mich direkt ein sanfter Rosenduft. Die Rosen selbst sind zwar nicht mehr alle in voller Blüte, aber dennoch ist dieser Garten wunderschön und lädt zum Verweilen ein. Wenn ich in Boston ein Date hätte, dass hier wäre ein Ort, an den ich gehen würde...

Aber irgend wann muss auch das vorbei sein und ich fahre zum letzten Mal mit der T nach Newton Center um von dort zum letzten Mal mit dem Rad die Strecke zurück zu fahren. – Seufz -

Und dann geht's auch schon ans Koffer packen. Oh man, ich weiß gar nicht, wie ich all die Sachen in drei Monaten ins Flugzeug kriegen soll. Denn da ich morgen abgeholt werde, ist es egal, dass ich zwei Koffer und meinen Wanderrucksack vollgepackt habe, aber auf dem Flug werde ich nur zwei dieser drei Gepäckstücke haben dürfen...