Freitag, Oktober 13, 2006

13. Okt: Lab-Maintenance

Freitag der 13. Aber irgendwie habe ich davon nichts mitbekommen. So ist das Wetter zum Beispiel heute auf meiner Seite. War es die ganze Woche noch regnerisch trüb, so scheint seit heute morgen die Sonne, also beste Voraussetzung fürs Wochenende. Allerdings ist es dafür schon wesentlich kühler geworden, sozusagen fast kalt!

Im Labor war heute nicht so viel zu tun, da die Primer für die Klonierung noch nicht angekommen sind und das andere Experiment zwei Tage benötigt und wir deshalb damit erst am Montag anfangen. Zeit also genung, um Pipettenspitzen zu stecken, Waschpuffer und ähnliches anzusetzen, Laborjournal aktuell halten und hier und da mal zu quatschen. Ich muss sagen, dass die Arbeitsgruppe zwar relativ klein ist, aber durchweg nette Leute, mit denen man auch Spaß haben kann.

Und da schönes Wetter war, habe ich nach der Arbeit beschlossen noch den Mont Royal zu "besteigen". Dieser Berg liegt mitten in Montréal und beherbergt einen riesigen Park. Ganz in der Nähe der Uni gehen ganz viele Stufen rauf zu einer Ausschichtsplattform, von der man einen wunderschönen Blick auf die ganze Stadt hat.
Im Park war ich dann auch noch etwas spazieren. Die Eichhörnchen sind hier fast schon zutraulich, so dass man ganz nah ran kann. Allerdings klettern die nicht an einem rauf wie die im londoner Hide-Park. Dennoch: Niedlich sind sie schon die Kleinen...

Auf dem Rückweg habe ich noch mal an der Aussichtsplattform stopp gemacht. Denn mittlerweile ist es schon fast dunkel und die Stadt ist erleuchtet. Wirklich eine wunderschöne Aussicht. Im Führer habe ich gelesen, dass man in Montréal der Meinung ist, dass aus einer Beziehung nichts werden kann, wenn man beim ersten Date nicht gemeinsam diesen Ausblick genießt. Ist aber auch wirklich klasse.
Auf dem Weg nach Hause war ich dann mal wieder einkaufen. Ich habe bei mir die Ecke herum eine Metzgerei gefunden, bei der Wurst und Fleisch billiger ist als im Supermarkt. Das ist doch mal was! Außerdem habe ich im 1$-Shop weitere Utensilien für meine Küchenausstattung gekauft. Denn da ich hier häufiger werde kochen müssen, als in Boston, so möchte ich doch wenigstens das notwendigste da haben.
Beim Abendessen kommt dann Mario hoch und wir unterhalten uns eine ganze Weile. Mario ist auch Deutscher und schreibt hier seine Diplomarbeit. Er wohnt im Appartment unter uns. Er erzählt mir dann, dass M. Andrew bei ihnen bereits angekündigt hat, dass er heute bis Mitternacht noch Lärm wegen Renovierung bei uns in der Wohnung machen wird. Na toll! Dieser Typ ist schon etwas komisch. Aber anscheinend bestand die Wohnung vor vier Wochen noch aus nur drei Zimmern, bis er hier halt ein paar Wände eingezogen hat, das ganze etwas (nicht viel) ausstattet und damit versucht Geld zu verdienen. Aber so langsam nähert sich wohl alles einem Punkt, an dem zumindest grobe Renovierungsarbeiten als abgeschlossen betrachtet werden können...

Übrigens: Weitere Bilder des wunderbaren Ausblicks - insbesondere einige Panoramaansichten - findet ihr im Fotoalbum!