Samstag, Oktober 14, 2006

14. Okt: Old Montréal

Zum ersten Mal ausschlafen. Und das ist auch nötig, nachdem die hier gestern noch bis halb eins gearbeitet haben. Die Wohnung muss halt fertig werden (je früher desto besser). Heute morgen ist nämlich einer, der einziehen wollte wieder abgefahren, weil sein Zimmer halt noch nicht fertig war. Und das Zimmer ist noch schäbiger als meins. Denn dort gibt es weder Licht (zumindest gibt's keinen Schalter) noch eine Heizung. Aber wenn sich für das Zimmer keiner findet, dann bleibt die Wand auf dieser Seite wenigstens ruhig!
Ach so, und heute morgen habe ich dann auch das versprochen Bücherregal und meinen Telefonanschluss bekommen. Das bedeutet, dass mein Zimmer als das erste in der Wohnung wirklich fertig ist (falls M. Andrew nicht noch irgendwas einfällt). Und nun alles fertig ist, habe ich auch die Plakate aufgehangen, die ich aus Toronto mitgebracht habe (die waren nämlich umsonst). Und so sieht mein Zimmer also derzeit aus:
Was man nicht sieht, sind die Regale links und rechts der Tür. Und rechts neben dem Schreibtisch in der Nische ist der Kleiderschrank.

Irgendwann mittags mache ich mich dann auf in die Stadt, fertig für meinen ersten Eindruck von Montréal. Vorgenommen hatte ich mir einen Spaziergang durch das Viertel "Old Montreal". Allerdings fängt es ziemlich schnell an zu regnen. Das hält mich zunächst nicht davon ab, denn schließlich will ich was sehen. Und da mein Versuch ins Archäologische Museum auszuweichen daran scheitert, dass die nicht mehr lang genug auf hätten, dass ich die ganze Ausstellung sehen könnte, verschaffe ich mir von der Aussichtsplattform des Museums wenigstens einen Überblick über das direkt angrenzende Areal des alten Hafen.
Und nach einer kleinen Suppe in einem kleinen Café geht die Tour weiter. Ich bin überrascht, wie viele Galerien sich hier wie Perlen auf einer Schnur aneinander reihen. So kann ich also, wenn ich dem Regen mal kurz entfliehen will hier und dort mal reinschnuppern. Wirklich nett.
Dieses Viertel ist mit vielen Souvenirläden und teuren Restaurants ganz auf Touristen eingestellt (klar, ist halt "die Altstadt", wo die Busse mit den Amis und Japanern zuerst anhalten) aber dennoch sehr nett. Hier befindet sich übrigens auch die größte Kirche auf dem amerikanischen Kontinent nördlich von Mexiko (laut Lonely Planet), die "Basilique Notre Dame". Allerdings komme ich da gerade nicht rein, da Messe ist und Eintritt (und nicht wenig) verlangt wird.

Ich finde übrigens, dass - selbst wenn der Rest von Montréal schäbig ist - die Stadt mit diesem Viertel bereits mehr zu bieten hat als Toronto.
Nachdem ich noch etwas am Wasser vorbei gelaufen bin, beschließe ich auf dem Rückweg mir noch in Chinatown anzusehen. Und wie sich herausstellt, besteht es hier nur aus mehr oder weniger zwei Straßen, die natürlich durch die üblichen Torbögen begrenzt werden.

Nach dem Abendessen habe ich heute auch noch vor, meine Wäsche waschen zu gehen. Denn M. Andrew hat mir erzählt, dass es neben dem Waschsalon direkt nebenan noch einen zweiten gibt, der zwei Blocks entfernt liegt. Und der macht nicht schon um fünf zu. Ich ziehe also mit einem Rucksack voll dreckiger Wäsche und meinem Laptop los. Und wirklich, der Salon ist noch offen. Allerdings werde ich nett herauskomplementiert, nachdem meine Wäsche im Trockner war. Dummerweise ist die Wäsche nach nur einer Runde Trockner nicht wirklich trocken. Also breite ich die gesamte Wäsche in meinem kleinen Zimmer irgendwie aus und drehe die Heizung etwas auf. Und das klappt sogar...

Und dann gibt's noch eine positive Überraschung: In der Wohnung wird mit Bier darauf angestoßen, dass der Hauptteil der Umbauarbeiten abgeschlossen ist. Das klingt doch gut. Jetzt muss nur noch das ganze Gerümpel aus diversen Ecken der Wohnung entsorgt werden. Und das kann wohl noch dauern.