Freitag, Oktober 20, 2006

20. Okt: Nobelpreis im Schnee

Der Tag versprach heute morgen noch realtiv warm zu werden. Es war sonnig und nicht allzukalt. Als ich um 12 Uhr dann aber von einem Vortrag wieder kam, habe ich - trotz gefütterter Jacke und Pullover - bereits heftig gefroren.
Für den Nachmittag stand wieder etwas außergewöhnliches auf dem Programm. Zum Abschluss einer "Undergraduate Sommerproject Research Conference", auf der Studenten die im Sommer an Labor-Projekten gearbeitet haben ihre Poster präsentieren konnten (ähnlich der Postersession für unsere Blockpraktika), gab es eine Preisverleihung für die besten Poster. Und die Preise wurden unter anderem von Rudolph Marcus - Nobelpreis für Chemie 1992 (wie ihr sicherlich alle wisst) - verliehen. Und der hat dort dann auch einen Vortrag gehalten mit dem Titel: "How do theories in science arise and how important are they for the stimulation of new experiments? A tribute to McGill" Und deswegen waren wir dort.
Meiner Meinung nach war der Vortrag (eine Videoaufzeichnung ist hier verfügbar) allerdings nicht besonders, da er vor allem von seiner Zeit damals erzählt hat. Es ging also eher um die Erinnerungen eines erfolgreichen Wissenschaftlers als um Theoriebildung oder so.
Gelohnt hat es sich aber dennoch, denn hinterher gab es noch eine Empfang mit Wein und jeder Menge hervorragender Schnittchen (ich glaube, dass ich hier und in Boston zumindest gelernt habe, wie man wo an kostenloses Essen ran kommt und wie man dabei nicht allzu gierig auftritt...). Und dann habe ich gesehen, wie es draußen begann zu schneien!
Mein erster Schnee des der Saison! Viel zu früh!
Ich konnte mir natürlich nicht verkneifen direkt einen Schneeball zu werfen. Zum Glück ist allerdings kaum was liegen geblieben - so kalt ist es dann doch noch nicht - und das Wetter schlug in heftigen Regen um (ob das nun so viel besser ist, sei dahin gestellt.)

Aber damit war der Abend dann noch nicht vorbei. Denn im Internetkalender von McGill hatte ich gesehen, dass heute abend ein Klavierkonzert in der "McGill Schulich School of Music" stattfindet. Auf dem Programm standen Werke von Clementi, Chopin, Debussy, Bartók, Kramer und Liszt.
Wunderbar! Vor allem war ich überrascht, wie ausdrucksstark und emotional Liszt sein kann. Ich werde mit Sicherheit noch das ein oder andere Mal hier nach Feierabend ein Konzert besuchen!