Sonntag, Oktober 29, 2006

29. Okt: La Grande Mascarade

Regen, nichts als Regen... Da geh ich natürlich nicht los um mich voll regnen zu lassen. Aber ich wollte ja auch noch ins archäologische Museum Montréal. Also fahr ich nach einem typischen - soll heißen ausgiebigen - Sonntagsfrühstück dorthin. Mein Timing ist mal wieder verbesserungswürdig, denn die Sonderausstellung über Japan ist seit ein paar Tagen vorbei und dieses ist das einzige Wochenende, das man sich hier im Museum für den Umbau nimmt, bis die nächste Ausstellung anfängt. Also gibts für mich "nur" die Daueraustellung. Diese fängt hier mit einer 20minütigen Multimedia-Show an. Nahezu spektakulär, aber wenn man nicht schon vorher was über die Geschichte Montréals weiß, dann kann man doch ziemlich schnell verloren gehen. Zumindest weiß ich nun, dass die Flagge, die ich hier teilweise gesehen habe und nicht zuordnen konnte, die Flagge von Montréal ist. Und ich habe sogar gelernt, was sie bedeutet...
Die Ausstellung selber ist auch nicht schlecht, allerdings werden halt vor allem alte und/oder kaputte Dinge gezeigt (Archäologie eben). Und so vergeht draußen der Nachmittag, während ich drinnen sozusagen in der Stadtgeschichte wandle (Ein Großteil des Museum ist unterirdisch und führt wirklich durch alte Überreste von Stadtmauern oder sonstigen Fundamenten. Als um fünf das Museum dann schließt bin ich genau durch gekommen.

So mache ich mich dann also gegen fünf trotz Regen und Wind (in Böen sogar eher Sturm) in Richtung Uni auf, genauer Richtung Molsen Stadium, wo Mario heute im Halbfinale der McGill-Meisterschaften im Soccer steht. Und da sich dort ein Teil unserer WG versammelt hat, wollte ich doch auch vorbeischauen. Das bedeutet eine Spaziergang von einer halben Stunde. Das Spiel ist dann allerdings nicht so ereignisreich. Und am Ende gewinnt Marios Team im Elfmeterschießen.

Unmittelbar nach dem Spiel verabschiede ich mich dann aber auch schon wieder, denn ich bin mit Laetitia in der Altstadt - also wieder in Museumsnähe - verabredet. Sie hatte mir von "La Grande Mascarade" erzählt. Das ist etwas wie ein kleines Stadtfest , nur dass alles zu Halloween passend ist. Das heißt, dass der Platz aufwenig - und schaurig - dekoriert wurde. Zusätzlich sind einige Schauspieler in Kostümen unterwegs, ein paar Kleinkünstler führen etwas vor und es werden gruselige Stadtführungen mit Geistergeschichten gegeben. An so einer nehmen wir dann auch teil. Dummerweise ist die auf französisch, so dass ich weniger als die Hälfte verstehe. Aber unsere Führerin - der "Geist" der Ehefrau eines ehemaligen Stadtgouvenours - macht die Sache so gut, dass mir das trotz eisiger Kälte und mangelndem Verständnis doch irgendwie Spaß macht. Und ihr Kostüm ist wirklich gut!





Und weil ich so lieb war, gab's auch was süßes: Tire d'érable. Man nehme heißen geschmolzenen Ahornsirup und gieße ihn über Eis. Den so erstarten Sirup rollt man dann auf einem Stöckchen auf. Das ist purer Zucker, eben eine kanadische Spezialität...


Das Rathaus. Passend beleuchtet, als ob es brennen würde...
Mehr Fotos wie fast immer im Fotoalbum!