Samstag, November 11, 2006

11. Nov: bedrohte Arten

Als ich morgens zum ersten Mal aufwache ist es erst sieben Uhr. Eben die normale Zeit zum Aufstehen. Nur ist heute Samstag. Und wie ich sogar hören kann, regnet es draußen in Strömen. Na super. Da dreh ich mich doch gerne noch mal um und schlaf weiter...
Als ich dann wirklich aufstehe, regnet es immer noch - und zwar nicht dieser leichte Nieselregen, sondern dieser "Eimerweise Regen" - Regen. Aber kein Grund zu Hause zu bleiben, denn: Ich habe ja noch das Ticket für den Biodôme, das ich letzte Woche für den Ausflug zum Olympiapark zusammen im Packet gekauft hatte.
Biodôme ist eine Art Zoo. Man hat dort vier versch. Ökosysteme (Tropischer Wald, St. Lorenz Strom Wald, St. Lorenz Strom aquatischer Lebensraum und Arktik/Antarktik) mit den dazugehörigen Tieren und Pflanzen nachgebaut und das ganze für Besucher geöffnet.
Dort verbringe ich dann den Nachmittag. Und auch wenn man es dort für einen Zoo wirklich nett gestaltet hat, ist es nur ein Zoo. Diese Tiere in der freien Wildbahn zu erleben wäre wesentlich aufregender. Und das kommt nicht nur daher, dass der ganze Biodôme mit Familien mit kleinen Kindern überquellte, so dass man manchmal einfach nicht länger stehen bleiben konnte. Was man allerdings sehr gut hier schafft ist die erzieherische Komponente zu betonen. Viele Tiere hier gehören zu den bedrohten Arten und durch den "Niedlichkeitseffekt" bekommen die Kinder vielleicht eine Idee, dass es sich lohnt so was wie Naturschutz zu betreiben.

Und da der Tag um fünf Uhr noch nicht vorbei war, bin ich auf dem Weg zurück noch ein wenig durch die "Underground-City" gewandert. Das ist im Grunde gar nicht so spektakulär, wie ich anfangs gedacht hatte. Man stelle sich einfach eine riesige Einkaufspassage vor (bis zu fünf Stockwerke) und verlege das ganze unter die Erde. Baulich hat man das wahrscheinlich so gemacht, dass man die Kellergeschosse der Hochhäuser hier einfach mit Gängen verbunden hat. Der große Vorteil gegenüber einer normalen Einkaufsstraße ist hier in Montréal besonders wichtig: man ist nicht vom Wetter abhängig.
Was ich außerdem noch feststellen muss: Wir scheinen schon fast Weihnachten zu haben. Denn neben dem riesigen Tannenbaum in einem der Gebäudekomplexe laufen mir hier auch vier lustige Weihnachtsmänner über den Weg.

Bevor ich dann in die Wohnung gehe, springe (hopp... schließlich regnet es) ich noch schnell im Supermarkt rein, um einen "Männereinkauf" zu machen: Milch und Bier...
Hier treffe ich dann Alex und da er sich für Wein entschieden hat, ändere ich auch meine Einkaufsliste von Bier zu Wein.
In der Wohnung machen wir dann nach dem Essen eine gemeinsame Weinverköstigung. Wir unterhalten uns ganz gut und zwischenzeitlich kommen auch Alphonse und Hiro dazu, und so sind die zwei Flaschen Wein doch schneller leer als geplant.

Tja, und wenn ich nicht bald ins Bett gehe, dann werde ich auch zu den bedrohten Arten gehören, wie ein Teil der Tiere aus dem Biodôme heute...