Samstag, November 18, 2006

18. Nov: Hohoho

Auf, auf und früh aufgestanden. Denn in der Stadt findet heute die berühmte "Santa-Claus Parade" statt. Dummerweise stehe ich beim Umzug dann ca. 50 m hinter der Stelle, an der die Fernsehkameras aufgebaut sind. Und das obwohl ich es vom Karneval eigentlich besser wissen müsste: Nie hinter die Kameras, denn dort wird die Show abgezogen und wenn die dann zu Dir kommen haben die keine Puste mehr...
Im Endeffekt war die Parade dann irgendwie typisch amerikanisch: Klischeefiguren aus der Wi-Wa-Weihnachtswelt und viel Werbung der Sponsoren, die das alles möglich gemacht haben... Ansonsten ganz putzig. (Mehr Bilder im Fotoalbum)
Und da heute ein Wochenendtag war, an dem es nicht nach Regen aussah, bin ich noch einmal auf den Mont-Royal gestiegen und durch den Park dort gelaufen. Und der ist doch ganz schön groß. Aber die Aussicht...

Blick nach Nordwesten: Cimetière de Mont-Royal und dahinter die Université à Montréal
Noch ein Blick nach Norden, damit ihr nicht vergesst, wer das alles hier überhaupt schreibt...

Von dort bin ich dann nicht wieder nach Downtown runter gestiegen sondern habe mich gen Westen gewandt und bin noch zum St. Joseph's Oratory gegangen. Angeblich die größte Kirche, die Joseph geweiht ist. Was mich allerdings dort erschreckte war die Kommerzialisierung. Denn man kam unten rein und wurde dann zunächst über Rolltreppen nach oben in den Souvenirladen transportiert, bevor man die eigentliche Kirche betreten konnte.
Anschließenden, wo ich schon mal so weit im Norden von Montréal war, bin ich dann auch noch direkt weiter und habe mir die Université à Montréal angesehen. Teilweise sehr neue und schicke Gebäude. Und übrigens nach der Sorbonne die größte französischsprachige Universität.
Da es mittlerweile schon dunkel geworden war, habe ich den Ausflug hier dann beendet (ich war auch ganz schön geschafft von der vielen Lauferei heute) und bin zurück. Denn die Wäsche muss ja auch irgendwann gewaschen werden.
Zum Abschluss des Tages ging es dann aber noch mal in die Stadt: Zum Konzert des McGill Percussion Ensemble. Los ging's eher normal, mit einem Stück mit Pauken, Trommeln, Gong und Bongos. Dann wurde es aber zum Teil sehr - äh - modern: Ein Stück bestand daraus, dass Bambusstöcke durch die Luft geschlagen wurden, wobei sich so ein zischendes Geräusch ergibt, dass wir noch alle gut aus unserer Schulzeit kennen ("10 Schläge auf die Hand für Unaufmerksamkeit" und so...). Auch ein weiteres Stück versetzt zurück in die Kindheit: Zwei "Musiker" sitzen sich gegenüber und spielen so etwas wie "Backe backe Kuchen" (also gegenseitig in die Hände klatschen und einen Reim dazu aufsagen)... Das Ende war dann wieder eher versöhnlich mit einem wunderbaren Xylophon- (liebe Kinder: wenn ihr euch schon immer gefragt habt, wofür man lernen muss, wie man dieses Wort schreibt: Ich musste das gerade erst mal nachschlagen...) und Glockenspiel -Stück.
Tja, und das war dann mein Samstag!

Hier übrigens noch ein Link, über den ich vor einigen Tagen gestolpert bin, als ich beim englischen Wikipedia in den Artikel des Tages vom 15. Nov geschaut habe. Etwas, worüber ich als Tolkien-Fan nun sehr gespannt warte! Und das, wo ich gerade auch noch seine "unfinished tales" lese...