Guten Morgen New York!
Was eine Nacht doch alles verändern kann: Gestern noch strömender Regen und heute herrlichster Sonnenschein bei angenehmen 21 Grad Celsius durchschnittlich. Also raus aus dem Bett, trotz der langen Nacht. Das fällt zwar schwerer als erhofft, aber dennoch sind wir früh genug auf den Beinen, um die 11:00 Uhr Bootstour durch den NYer Hafen mitzumachen. (Es gibt zwar auch eine kostenlose Fähre, von der man angeblich viel sehen kann, aber nach der Enttäuschung gestern wollen wir es nun auch richtig und nicht nur halb machen. Und so teuer ist diese Fahrt auch gar nicht.)
Und die Sicht ist atemberaubend. Zunächst geht es Richtung Brooklyn Bridge, die die erste Stahl-Hängebrücke der Welt war (mit einer Länge von 1.8km) und auch heute noch durch ihr Erscheinungsbild beeindrucken kann. Nicht umsonst ein sehr häufig fotographiertes Motiv - auch von mir. (Und auch wenn Schwarz-Weiß-Bilder veraltet erscheinen, so sind Fotoausstellungen immer noch voll davon!)

Als nächstes eröffnen sich uns wunderbare Blicke auf die Skyline von Lower Manhatten und den Financial District



bis wir am Schluß so zusagen zum Höhepunkt der Rundfahrt kommen. Dem Stahlkoloss von Frederic-Auguste Bartholdi mit dem Namen
Liberty Enlightening the World besser bekannt unter
Statue of Liberty! Im Sockel der Statur ist (angeblich) zu lesen: "
Give me your tired, your poor, Your huddled masses yearning to breath free"
Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob dieses Motto immer noch für die Einwanderungspolitik dieses Landes steht. Was wir auf unserer Tour übrigens noch nettes erzählt bekommen: Die Statur selbst ist ja ein Geschenk der Franzosen an die junge amerikanische Nation gewesen. Das beinhaltete allerdings nicht den Sockel, auf dem die Statur ruht. Und damals gab es einen jahrelangen Streit, wer den denn bezahlen sollte, denn die New Yorker wollten die Statur wohl gar nicht so sehr... Man mag sich mal vorstellen, was aus dieser Stadt geworden wäre, wenn man das Geschenk damals nicht angenommen hätte, nur weil man keinen Platz zum hinstellen bezahlen wollte.

Auf dem Weg zur U-Bahn sind wir noch mal am Ground Zero vorbeigekommen. Bei Sonnenschein kann man keinen großen Unterschied erkennen. Wirkt halt irgenwie, wie eine riesige Baustelle mitten in der Stadt. Und das ist auch mehr oder weniger wahr. Denn bis 2010 soll hier ein neuer Gebäudekomplex stehen, der aber in Teilen noch sehr kritisch diskutiert wird.
Als nächstes Stand ein Besuch bei den Vereinten Nationen auf dem Programm, denn ich kann ja nicht nach New York fahren, ohne hier zuminest mal eine kurzen Blick auf die Bühne der großen Weltpolitik zu werfen. Wir konnten dann auch eine Führung mitmachen und kamen in

die ganzen Räumlichkeiten, die man sonst nur aus dem Fernsehen sieht. Auf dem Foto zu sehen: der Weltsicherheitsrat. Der Saal der Generalversammlung wäre zwar noch beeindruckender für euch gewesen, allerdings steht dort derzeit ein riesiges Baugerüst, da das Dach undicht ist. Und das ist symptomatisch für das ganze Gebäude, das halt noch aus den Fünfziger Jahren ist...
Von der UNO aus sind wir dann zur Fifth Avenue gelaufen,

immer durch diese "Schluchten", die durch die Hochhäuser links und recht frei gelassen werden. Und da die Straßen hier ganz gerade verlaufen kann man den Blick mitten in der Stadt bis zum Horizont schweifen lassen...
Die Fifth Avenue ist übrigens DIE Einkaufsstraße in New York. Alle Ketten, die Rang und Namen haben, sind hier mit Filialen vertreten: Dior, Chanel, Cartier, Apple... Kein Wunder, dass die Rockefellers diese Straße als Adresse für ihr mittlerweile weltbekanntes "Rockefeller

Center" auswählten. Und da ist auch jede Menge los. Vor dem Eingang zu diesem Hochhaus stehen auf dem Plaza sehr viele Fahnen (alle???), was sehr bunt und beeindruckend wirkt.

Zu Achims Freude finden wir dort auch eine Liveübertragung der Spiele der US Open. Was ihn dann aber mindestens genauso begeistert: Computer-Tennis gegen Pong (oder so) spielen...
Irgendwann geht's dann weiter. Denn wir waren immer noch nicht dort, was als die Lunge New Yorks bezeichnet wird: Im Central Park. Als sich dieser dann vor uns erstreckt sind wir überzeugt: Dieser Park ist wirklich riesig. Und wir sehen nur einen Teil davon. Ich vermute, dass man Tage brauchen würde, um sich den ganzen Park anzusehen. Und was man auch nicht unbedingt sofort glaubt: Dieser Park ist vollkommen künstlich angelegt! Im Jahre 1857 wurde dies der erste landscaped park in den Staaten. Wie mir aber erzählt wurde, haben die "Konstruktöre" (oder wie man sie auch bezeichnen mag) Law Olmstead und Calvert Vaux hier in New York nur geübt. Denn ihr letztes Werk - das Meisterwerk - verbrachten sie in Boston... Ich muss allerdings zugeben, dass der Park mir bisher entgangen ist. Aber dann weiß ich ja, wo ich noch hin muss.

Da es mittlerweile schon langsam dunkel wird, beeilen wir uns zum Empire State Building zu

kommen. Nach dem Einsturz des World Trade Center vor fast fünf Jahren ist dieses Gebäude wieder das höchste in New York. Und das beste: Man kann dort nach (fast) ganz oben fahren und einen Blick über die Stadt werfen. Da aber zu dem Zeitpunkt da wir dort ankommen, die Warteschlange um mehrere Ecken um das Gebäude reicht und die Wartezeit mit mehr als 2 1/2 Stunden angegeben wird, beschließen wir, dass wir den Besuch dann doch lieber auf den nächsten Morgen verschieben, wenn hoffentlich noch nicht so viel los sein wird.
Außerdem sind wir auch schon ganz schön geschafft. Mich würde schon interessieren, wie viele Kilometer wir heute gelaufen sind.

Aber keine Müdigkeit, denn eine Station steht für heute noch auf dem Programm: Times Square. Zwar bin ich da schon gestern gewesen, aber erstens Achim noch nicht, und zweitens kann man dieses Lichtermeer auch zweimal sehen... Und wie gestern ist es brechend voll. Man muss sich förmlich durch die Mengen schieben. Wir gehen dann in den dortigen Läden noch ein bißchen shoppen, zum Beispiel im Vergin Megastore.
Für eine Broadway-Show reicht unsere Energie dann allerdings nicht mehr. Wir fahren danach nur noch zurück zur Wohnung und legen die Füße hoch - und das vor einem Fernseher mit einigen hundert Kanälen: Zappers paradise!!!